Ernährungswissenschaften studieren

Auf Instagram bekomme ich regelmäßig zahlreiche Fragen zu meinem Studium der Ernährungswissenschaften. Deswegen habe ich alle Infos nun in einen ausführlichen Blogpost gepackt 🙂 Zunächst geht es allgemein um das Ernährungswissenschaften Studium. Danach gehe ich noch konkret auf den Bachelor Ernährungswissenschaften in Gießen ein: Wie ist dieser aufgebaut? Welche Erfahrungen habe ich gemacht? Und ich beantworte in einem ausführlichem FAQ eure häufigsten Fragen zum Thema „Ernährungswissenschaften studieren“.

Der Studiengang Ernährungswissenschaften beschäftigt sich mit der menschlichen Ernährung allgemein und insbesondere der Wirkung dieser auf den menschlichen Körper bzw. Stoffwechsel. Im Studium werden naturwissenschaftliche Grundlagen vermittelt, um die ernährungsphysiologischen Zusammenhänge der Nahrung und daraus resultierend den Einfluss auf die Gesundheit zu verstehen. Je nach Studiengang werden zudem Grundlagen im Bereich der Betriebswirtschaft, Public Health, sowie Ernährungspraxis vermittelt.

Was kann ich mit einem Ernährungswissenschaften-Studium machen?

Das Studium der Ernährungswissenschaften vermittelt eine breite Grundlage, um in den verschiedensten Bereichen zu arbeiten. Mögliche Perspektiven bzw. Berufsfelder sind:

  • Forschung
  • Produktentwicklung
  • Qualitätssicherung
  • Lebensmittelsicherheit
  • Öffentliches Gesundheitseinrichtungen
  • Medien und Öffentlichkeitsarbeit
  • Ernährungsberatung (mehr dazu weiter unten)
  • uvm.

Unterschied zwischen Ernährungswissenschaften und Ökotrophologie

Was genau ist eigentlich der Unterschied zwischen Ernährungswissenschaften und Ökotrophologie?

Die Ernährungswissenschaften sind deutlich naturwissenschaftlicher ausgerichtet und umfassen dementsprechend im Studium viele naturwissenschaftliche Fächer. Ökotrophologie umfasst ebenfalls naturwissenschaftliche Inhalte. Allerdings ist sie auch stark auf die Themen Hauswirtschaft und Gesellschaft ausgerichtet, sie umfasst also auch viele sozialwissenschaftliche Fächer.

Vergleicht man die Studiengänge, so sind die Inhalte aber zu großen Teilen ähnlich. Oft bestehen auch Wahlmöglichkeiten, um sich individuelle Schwerpunkte zu setzen.

Ernährungswissenschaftliche Studiengänge in Deutschland

Hier kannst du in Deutschland Ernährungswissenschaften (und ähnliche Studiengänge) im Bachelor studieren:

Hinweis: Ich habe die Studiengänge nach bestem Wissen und Gewissen recherchiert – es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit und Aktualität 🙂 Außerdem habe ich der Übersichtlichkeit halber die Ökotrophologie-Studiengänge weggelassen.

Ernährungswissenschaften studieren für die Ernährungsberatung?

Kann man mit einem Ernährungswissenschaften Studium auch in die Ernährungsberatung gehen?

Ja, kann man. Allerdings muss man auch ganz klar sagen, dass der Studiengang Ernährungswissenschaften nicht direkt für die Ernährungsberatung ausgelegt ist (obwohl es natürlich meist entsprechende (Wahl-)Module gibt). Meine persönliche Meinung: Wenn du in diesem Bereich tätig sein möchtest, ist vielleicht die Ausbildung zum Diätassistenten/zur Diätassistentin eine bessere Option. Oder zumindest ein Studiengang, der mehr in die Richtung Diätetik bzw. Ernährungstherapie geht.

Grundsätzlich muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, dass der Begriff „Ernährungsberater“ nicht geschützt ist. So darf sich jeder nennen – egal ob Studium, Diätassistent, Fernstudium oder „Wochenendkurs“. Und bei letzteren beiden gibt es unzählige Angebote, die sich in ihrem Umfang ziemlich unterscheiden. Du ahnst es schon – an ein Hochschulstudium oder eine Ausbildung kommen die wenigsten hin.

Noch kurz ein paar Worte dazu: Vereinfacht gesagt, umfasst die Ernährungsberatung die Beratung von Gesunden, also beispielsweise die Reduktion eines leichten Übergewichtes oder eine Beratung bei veganer Ernährung. Kommen wir in die Bereiche von Krankheiten, so sind wir bei der Ernährungstherapie. Und das darf nur ein zertifizierter Ernährungsberater (und damit eben auch über die Krankenkassen abrechen, was ich für die Tätigkeit in der Ernährungsberatung für sinnvoll erachte).

Was genau ist aber ein zertifizierter Ernährungsberater? Hier handelt es sich um eine Ernährungsfachkraft – also einen Diätassistenten/eine Diätassistentin oder einen studierten Ernährungswissenschaftler/Ökotrophologen etc. mit Zertifikat. Dieses Zertifikat gibt es z.B. von der DGE. Ein Studium der Ernährungswissenschaften reicht also (bisher) noch nicht aus, um über die Krankenkassen abrechnen zu können und um Ernährungstherapie anbieten zu können. Es wird ein zusätzliches Zertifikat benötigt (was mit viel Geld und Zeit verbunden ist).

Aber Achtung: Ab Oktober 2020 gelten hierzu neue Voraussetzungen. Das bisherige Zertifikat wird es in dieser Form nicht mehr geben. Momentan gibt es leider sehr wenige Infos, wie genau es dann weitergeht (ich selbst hänge hier etwas in der Luft) und außerdem bin ich keine Expertin bei diesen rechtlichen Dingen. Deswegen möchte ich an dieser Stelle nicht mehr dazu sagen, aber ich möchte es auf jeden Fall erwähnt haben!

Ernährungswissenschaften studieren

Ernährungswissenschaften in Gießen studieren

Nun soll es aber konkreter um das Ernährungswissenschaften-Studium in Gießen gehen – den B.Sc. Ernährungswissenschaften.

Allgemeine Infos und Studienaufbau

Der Bachelor of Science Ernährungswissenschaften in Gießen umfasst 6 Semester (Regelstudienzeit) und 180 Credit Points. Diese setzen sich aus 15 Pflichtmodulen (Kernmodule) und 13 Wahlmodulen (Profilmodule), sowie der Bachelorarbeit zusammen.

Der „idealtypische“ Studienverlauf sieht folgendermaßen aus:

Semester 1

  • Biologie
  • VWL und BWL
  • Mathematik und Statistik
  • Anatomie und Physiologie
  • Allgemeine Chemie

Semester 2

  • Biochemie
  • Lebensmittel tierischer Herkunft
  • Physik
  • Qualitätsparameter ernährungsw. Studien
  • Chemisches Praktikum

Semester 3

  • Ernährungsphysiologie
  • Pflanzliche Lebensmittel
  • Profilmodul
  • Profilmodul
  • Profilmodul

Semester 4

  • Ernährung des Menschen
  • Ernährungswissensch. Praktikum
  • Pathobiochemie
  • Profilmodul
  • Profilmodul

Semester 5

  • Profilmodul
  • Profilmodul
  • Profilmodul
  • Profilmodul
  • Profilmodul

Semester 6

  • Profilmodul
  • Profilmodul
  • Profilmodul
  • Bachelorarbeit

Es ist auch möglich, sich ein Praktikum anerkennen zu lassen (dafür müssen 2 Profilmodule weniger besucht werden). Das Praktikum ist allerdings keine Pflicht.

Alle wichtigen Infos findest du auf der Homepage der Universität.

Meine Erfahrungen

Ich persönlich bin sehr zufrieden mit dem Ernährungswissenschaften Studium in Gießen.

Ich habe natürlich keinen Vergleich zu anderen Universitäten. Und klar sind es meine subjektiven Erfahrungen. Dennoch geben Sie dir vielleicht einen besseren Einblick in das Studium:

Toll finde ich auf jeden Fall die vielen Wahlmöglichkeiten. Fast die Hälfte der Module können frei zusammengestellt werden, was eine individuelle Schwerpunktsetzung und viel Flexibilität ermöglicht.

Dennoch muss man hier sagen, dass der „Wunschablauf“ nicht immer so klappt. Viele Module sind teilnehmerbeschränkt und in den niedrigeren Semestern hat man teilweise kaum Chancen, in ein Modul zu kommen. Zudem werden die meisten Module entweder nur im Sommer- oder Wintersemester angeboten. Komme ich also beispielsweise im 3. Semester nicht in ein Modul, ist das 5. Semester „die letzte Chance“. Dann muss ich außerdem in meiner Planung berücksichtigen, dass sich dieses Modul im 5. Semester dann nicht zeitlich mit einer anderen Vorlesung überschneiden darf. (Das ist natürlich grundsätzlich möglich, wenn Anwesenheitspflichten ins Spiel kommen wird es aber schwierig..).

Die einzelnen Module sind natürlich individuell und seeeehr vom Professor abhängig (wie wahrscheinlich überall). Da gibt es top organisierte Module mit guten Vorlesungen, in denen man wirklich etwas lernt. Und dann gibt es auch Vorlesungen, in die es einfach keinen Sinn macht zu gehen (weil der Dozent nur das erzählt, was sowieso auf den Folien steht). Dann gibt es wiederum Module, deren Arbeitsaufwand irre hoch ist. Oder Module, bei denen es tatsächlich reicht, nur Altklausurfragen zu lernen. Tatsächlich lernen wird man da eher wenig. Und auch die Noten sind somit sehr vom jeweiligen Modul und vom Professor abhängig.

Zu den einzelnen Vorlesungen möchte ich hier gar nicht mehr sagen. Oft ändern sich ja auch die Dozenten oder die Abläufe und dann wäre das nicht mehr aktuell. Falls du Fragen zu konkreten Modulen hast, darfst du mir aber gerne schreiben.

Was ich allerdings noch kritisieren möchte, ist die Vorbereitung auf das wissenschaftliche Arbeiten. Ich persönlich hatte zum Glück nicht so das Problem damit (da ich ja vorher bereits BWL studiert habe). Dennoch hätte ich mir im Studium grundsätzlich mehr Unterstützung und „Anweisungen“ dazu gewünscht. Je nach Modulzusammenstellung kann es sogar vorkommen, dass man im gesamten Studium keine einzige Hausarbeit schreibt. Und dann soll man plötzlich eine Bachelorarbeit schreiben! Hier würde ich empfehlen, ggf. einen freiwilligen Kurs zu besuchen. Und natürlich hat jede Professur eigene Vorgaben zum wissenschaftlichen Arbeiten (mal mehr, mal weniger detailliert).

Positiv muss auf jeden Fall noch der Skriptenverein erwähnt werden. Dieser sammelt Altklausuren aus allen Vorlesungen, die für die reinen Kopierkosten erworben werden können. Super hilfreich für die Klausurvorbereitung (und viele Module, die seit Jahren vom gleichen Dozenten gehalten werden, umfassen eben doch immer wieder ähnliche Fragen).

Ansonsten kann ich auf jeden Fall Study Drive empfehlen. Auf der Plattform kannst du dich mit Kommilitonen zu den einzelnen Modulen austauschen und z.B. auch Zusammenfassungen hoch- bzw. herunterladen.

Außerdem muss noch erwähnt werden, dass die Uni in Gießen keine Campus Uni ist. D.h., die einzelnen Gebäude liegen über die ganze Stadt verteilt. Die meisten Vorlesungen (vor allem zu Beginn) wirst du am Campus Naturwissenschaften haben (Heinrich-Buff-Ring). Doch es kann natürlich auch vorkommen, dass man mal ans ganz andere Ende der Stadt muss. Mit Bus und kostenlosem Leihradsystem der Uni ist das aber eigentlich gut machbar.

Da ich selbst nicht in Gießen wohne, sondern pendele, kann ich zum Wohnort Gießen nicht viel sagen. Anfangs gefiel mir die Stadt überhaupt nicht. Vor allem neben Städten wie z.B. Marburg kann Gießen einfach nicht viel bieten. Das Highlight ist das schon das „Elefantenklo“ (einfach mal googeln wenn es dir nichts sagt :)). Aber im Laufe der Zeit habe ich doch einige schöne Ecken entdeckt. Seien es ein paar schöne Gassen oder der Park rund um den Schwanenteich. Ich denke mit den richtigen Leuten kann man es sich überall zum Studieren schön machen 🙂 Und von den Einkaufsmöglichkeiten her und der Nähe zu Frankfurt ist Gießen auf jeden Fall auch sehr praktisch.

FAQ – Antworten auf die häufigsten Fragen

Immer wieder bekomme ich auf Instagram Fragen zum Ernährungswissenschaften Studium. Außerdem habe ich vor Erstellung dieses Blogposts in meiner Story nochmal gezielt nach Fragen gefragt. Hier gibt’s nun alle Fragen gesammelt zum Durchklicken und Inspirieren lassen 🙂

Hast du Buchtipps für das Studium?2020-07-21T21:21:42+02:00

Generelle Buchtipps sind schwierig, da es für jedes Modul eigene Fachbücher gibt. Nicht immer ist es notwendig, für eine Vorlesung noch ein Buch zu lesen (kommt auf das jeweilige Modul an). Deswegen hier einfach auf die Empfehlungen des jeweiligen Dozenten warten.

Für einen grundsätzlichen Überblick würde ich folgende Bücher empfehlen:

  • Taschenatlas Ernährung*: Kurze und knappe Übersichten über die wichtigsten Themen. Mit vielen Schaubildern.  Toll, um einen groben Überblick zu bekommen oder um schnell etwas nachzuschlagen.
  • Ernährungslehre*: Verständlicher und schöner Überblick zu den physiologischen Vorgängen im Körper und den wichtigsten Nährstoffen.
  • Taschenatlas Physiologie*: Auch hier: Kurze und knappe Übersichten rund um physiologische Prozesse im Körper. Mit vielen Schaubildern.  Toll, um einen groben Überblick zu bekommen oder um schnell etwas nachzuschlagen.
  • Ernährungsmedizin*: Absolutes Standardwerk, wenn es um ernährungsmedizinische Themen geht. Sehr ausführliche Informationen zu sämtlichen Themen.

Die Bücher gibt es auch alle in der Bibliothek zum Ausleihen und viele sind auch online als Ebook einsehbar. Du musst also keinesfalls teure Bücher kaufen (aber ich habe auch gerne ein paar Standardwerke im Regal stehen 🙂 Oft bekommt man die Bücher auch gebraucht, hier aber ggf. auf die aktuellste Auflage achten).

Weitere Buchtipps rund um das Thema Gesunde Ernährung (nicht nur speziell für die Ernährungswissenschaften) findest du hier.

 

Ich bin mir unsicher, ob es das Richtige für mich ist2020-07-21T21:22:38+02:00

Mein Tipp: Wenn du in der Nähe wohnst, setze dich einfach mal in eine Vorlesung. So bekommst du einen guten Eindruck, was Studieren bedeutet und wie eine Vorlesung aussehen könnte. In den großen Grundlagenvorlesungen ohne beschränkte Teilnehmerzahl fällt das keinem auf 🙂  Im Elektronischen Vorlesungsverzeichnis findest du die Orte und Zeiten der jeweiligen Vorlesungen. (Aber Achtung – coronabedingt findet aktuell keine Präsenzlehre statt!). Meiner Meinung nach wären die Module „Ernährung des Menschen“ und „Ernährungsphysiologie“ gut dafür geeignet.

Ansonsten kann ich dir die Plattform Studydrive empfehlen. Dort kannst du dich mit Kommilitonen zu den einzelnen Vorlesungen austauschen und zum Beispiel auch Zusammenfassungen hoch- bzw. herunterladen. Einerseits während des Studiums unglaublich hilfreich (vor allem, wenn man mal nicht in eine Vorlesung kommen kann :)). Aber natürlich auch perfekt, um sich vor dem Studium einen besseren Überblick über die Modulinhalte zu verschaffen.

Ansonsten kann ich nur sagen: Keine Angst vor „falschen Entscheidungen“. Selbst wenn du nach 1-2 Semestern feststellst, dass es doch nicht das Richtige für dich ist, ist das lange noch kein Weltuntergang. Du hast trotzdem einiges gelernt und weißt dann wahrscheinlich viel besser, was dich interessiert und was eben nicht. Und falls du dann noch einmal etwas ähnliches studierst, kannst du dir vielleicht sogar Leistungen aus dem abgebrochenen Studium anrechnen lassen.

Ist es in der Regelstudienzeit machbar?2020-06-05T14:58:05+02:00

Wenn man sich rechtzeitig um die Bachelorarbeit kümmert auf jeden Fall ja! Es kommt aber natürlich immer darauf an, wie viel man z.B. nebenher arbeitet, ob man noch ein Praktikum oder ein Auslandssemester macht. Es ist auch kein Problem, beispielsweise nur 4 Module pro Semester zu belegen oder sich in einem 7. Semester nur noch um die Bachelorarbeit zu kümmern.

Ist man viel im Labor?2020-06-06T16:25:05+02:00

Es gibt zwei Pflichtmodule, die Labortätigkeiten beinhalten (Chemisches Praktikum und Ernährungswissenschaftliches Praktikum). Darüber hinaus kann man noch Wahlmodule belegen (z.B. Biochemie II), die ebenfalls im Labor stattfinden.

Muss man gut in Chemie, Physik etc sein? Naturwissenschaftliche Vorkenntnisse?2020-06-05T15:03:20+02:00

Grundsätzlich sind entsprechende Vorkenntnisse immer gut, es ist aber auf jeden Fall auch so schaffbar.
Ich beispielsweise hatte von Chemie wirklich keine Ahnung (ich hatte es nicht in der Oberstufe) und musste mir im ersten Semester sämtliche Grundlagen aneignen, aber es war machbar. Anderen fiel Chemie unglaublich leicht, da sie die meisten Inhalte schon in der Schule behandelt hatten.
Dafür fiel mir wiederum Statistik sehr leicht, weil ich viele Inhalte bereits aus meinem BWL-Studium kannte. Andere hatten damit eher zu kämpfen.
Ich würde mir aufgrund fehlender Vorkenntnisse aber keine allzugroßen Sorgen machen. Wenn es nur an einem oder zwei Fächern liegt, so wäre es ja schade, deswegen das Studium gar nicht erst anzufangen. Gerade in den naturwissenschaftlichen Grundlagenfächern gibt es zahlreiche Nachhilfeangebote, die perfekt auf die jeweiligen Vorlesungen zugeschnitten sind. Und im Zweifelsfall kannst du dich einfach nicht zur Klausur anmelden und das Fach im nächsten Jahr noch einmal belegen.

Wie funktioniert das mit der Stundenplanerstellung und den Prüfungen?2020-06-06T16:21:09+02:00

Grundsätzlich erstellst du am Ende jeden Semesters den Plan für das kommende Semester, d.h. welche Module du belegen möchtest (Streng genommen erstellst du jeweils gleich den Plan für das komplette restliche Studium, aber das ist nicht bindend und dient lediglich der besseren Planung des Interesses an den Modulen). Im ersten Semester trägst du dich im Rahmen der Einführungswoche für die Module ein.
Bei Modulen, die nicht zulassungsbeschränkt sind, kannst du dich in der Regel einfach für die Vorlesung eintragen. Bei teilnehmerbeschränkten Modulen bekommst du Bescheid, ob du einen Platz erhalten hast. Hier erhalten höhere Semester den Vorrang, d.h. es kann sein, dass du nicht direkt überall reinkommst. Manchmal hat man dann über Restplatzverlosungen oder Wartelisten Glück.

Die Prüfungsanmeldung ist grundsätzlich unabhängig von der Modulanmeldung. Bis zu einer bestimmten Frist (meist 2 Wochen vor den Klausuren) musst du dich verbindlich anmelden. Kannst du dann nicht an einer Klausur teilnehmen, benötigst du ein Attest. Bei Nicht-Erscheinen (oder natürlich wenn du durchfällst) bekommst du einen Fehlversuch eingetragen. Damit bist du automatisch für den nächsten Prüfungstermin angemeldet.
In unserem Fachbereich gibt es zwei Prüfungszeiträume – einen zu Beginn der Semesterferien und einen am Ende. Du kannst dir aussuchen, in welchem von beiden du deine Klausuren schreiben möchtest. Ich habe mir die Klausuren immer aufgeteilt, sodass ich 2-3 in jedem Zeitraum geschrieben habe. Du bist aber flexibel und kannst so auch Urlaubszeiten oder Praktika in den Semesterferien besser berücksichtigen. Es gibt meistens auch einen 3. Prüfungszeitraum. Für diesen kann man sich aber nicht aktiv anmelden. Nur wenn man einen Fehlversuch hatte oder ein Attest, so wird man automatisch für den 3. Prüfungszeitraum angemeldet.

Wenn du ein Modul belegt hast, bist du aber nicht automatisch verpflichtet, die Prüfung zu schreiben. Wenn du beispielsweise merkst, dass du es mit dem Lernen einfach nicht schaffen würdest, so kannst du dich einfach nicht zur Prüfung anmelden und dies im nächsten Jahr nachholen (aber Vorsicht – manchmal ergeben sich inhaltliche Änderungen oder die Dozenten wechseln – dann müsstest du das komplette Modul nochmal besuchen).

Wie hoch ist der Arbeitsaufwand?2020-06-06T16:21:44+02:00

Im Normalfall belegt man 5 Module pro Semester. Meistens bestehen diese aus 4 Stunden (streng genommen 4 x 45 Minuten) Vorlesung pro Woche, was ca. einem halben Tag entspricht (meist 8-12 Uhr oder 14-18 Uhr). In jeder Woche kommt man also etwa auf 2,5 Tage Vorlesung.
Der zusätzlich Arbeitsaufwand ist stark von den jeweiligen Modulen abhängig. Handelt es sich um eine reine Vorlesung + Klausur, so genügt ein wenig Nachbereitung (oder man hebt sich eben alles bis zur Klausur auf). Es kann aber auch vorkommen, dass Referate vorbereitet werden müssen, was mehr Aufwand während des Semesters bedeutet. Oder dass Übungsaufgaben bearbeitet werden müssen. In manchen Modulen werden auch während des Semesters kleinere Tests geschrieben, wofür man natürlich lernen muss. Oder bei Labor-Modulen müssen noch die Laborprotokolle erstellt werden.

Wie kann ich mich auf das Studium vorbereiten?2020-06-05T14:51:41+02:00

Grundsätzlich würde ich sagen: Einfach auf dich zukommen lassen 🙂
Wenn du allerdings in bestimmten Fächern dein Wissen auffrischen möchtest, so kann vielleicht einer der kostenlosen Vorkurse hilfreich sein. Diese gibt es (aktueller Stand) für Mathematik, Physik und Chemie. Aber auch ohne Vorkurs kann man sich meiner Meinung nach im ersten Semester gut durchbeißen.

Wie wichtig ist Englisch im Studium?2020-06-05T14:48:09+02:00

Für die Vorlesungen per se ist Englisch eher weniger relevant. Ab und zu findet sich vielleicht mal eine englische Grafik in den Vorlesungsunterlagen, aber das ist kein Hexenwerk. Wo Englisch jedoch relevant wird, ist bei Studien! Fast alle ernährungswissenschaftlichen Studien sind auf Englisch. Diese sind natürlich in Fachsprache gehalten, was es nochmal etwas schwieriger macht. Aber in der Regel sind Studien ja nichts, was man von jetzt auf gleich verstehen muss. Meist werden sie für Hausarbeiten oder eben für die Bachelorarbeit gebraucht. Und hier hat man ja genügend Zeit, den Text zu verstehen.
Ich habe sie nicht belegt, deswegen kann ich nichts dazu sagen, aber es gibt auf jeden Fall auch freiwillige Fachenglischkurse (die Credits kann man sich auch anrechnen lassen).

Weiterführende Infos

Möchtest du noch mehr rund um das Thema Ernährungswissenschaften und verwandte Studiengänge erfahren? Hier habe ich ein paar Empfehlungen für dich:

B.Sc. Ökotrophologie in Gießen: Laura und Jan von Satte Sachen beantworten auf ihrem Blog die häufigsten Fragen zum Ökotrophologie-Studium in Gießen.

B.Sc. Medizinische Ernährungswissenschaft in Lübeck: Laura von Lustesser beantwortet auf Instagram viele Fragen rund um das Studium (du findest es in den Highlights gespeichert).

Talking Science Podcast: Tim von vwissen interviewt in seinem Podcast verschiedenen Persönlichkeiten aus dem breiten Bereich der Ernährungswissenschaften. Du erhältst dort einen tollen Einblick in Studiengänge, Ausbildungen und Berufsbilder.

Diätassistenten: Du interessierst dich für eine Ausbildung zum Diätassistenten/zur Diätassistentin? Dann schau mal bei den Junior Dietitians vorbei.

Ernährungswissenschaften Studium

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2020-07-21T21:16:45+02:00Juni 6th, 2020|4 Kommentare

4 Kommentare

  1. Tim 21. Juli 2020 um 18:23 Uhr - Antworten

    Toller Beitrag liebe Lisa!

    Da ist einiges für Interessierte dabei. Wir werden gerne ab jetzt darauf verweisen. Ansonsten darfst Du einiges dann noch in der Podcast-Folge verraten, wenn ich Dich mal vors Mikro bekomme 🙂

    Liebe Grüße & danke für die Empfehlung

    Tim

    • LisaNentwich 21. Juli 2020 um 20:51 Uhr - Antworten

      Danke lieber Tim!

  2. Simone 6. August 2020 um 16:40 Uhr - Antworten

    Hey,
    ich überlege auch Ernährungswissenschaften zu studieren, allerdings studiere ich gerade BWL (wie du) und wollte nachfragen ob man sich nicht die Fächer, die man schon belegt hat (Mathe, Statistik, VWL,..) nicht anrechnen lassen kann?

    • LisaNentwich 6. August 2020 um 17:46 Uhr - Antworten

      Hallo Simone,
      ich kann nur für Gießen sprechen, aber ich denke das ist überall ähnlich: Solange sich die Module in Inhalt und Umfang ähneln, ist das auf jeden Fall möglich.
      Ich konnte mir zum Beispiel problemlos das BWL/VWL-Modul anrechnen lassen. Statistik hat bei mir leider nicht geklappt, weil ich im BWL-Studium nur 5 Credit Points hatte und für Ernährungswissenschaften 6 CP benötigt hätte…
      Liebe Grüße
      Lisa

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